Lappland – ein Paradies für Paddler

Ob Ihr Kanu-Neulinge oder erfahrene „Profis“ seid, allein reisen wollt oder mit der ganzen Familie, ob Wochenendtrip oder mehrwöchige Tour: in Lappland findet jeder das passende Gewässer, jeder kann sein besonderes Paddel-Abenteuer erleben. Und, Ihr müsst nicht teuer nach Alaska oder Kanada fliegen.

Tausende von Flüssen und Seen bieten perfekte Bedingungen für Kanuten: grandiose, menschenleere Natur, glasklares, sauberes Wasser, Ruhe und Einsamkeit.

Mit dem skandinavischen Jedermannsrecht, welches nicht nur in Schweden, sondern beispielsweise auch in Finnland gilt, gehen Dinge, die in Mitteleuropa schon lange unmöglich sind: Lagerfeuer-Romantik, Zelten in der Wildnis, uneingeschränkter Zugang zur Natur.

Fische gibt es mehr als reichlich, die Wälder sind voll von Beeren und Pilzen, und Ihr habt den Sandstrand ganz für Euch allein. Wirkliche Erholung also, fernab vom Alltag.

Im Sommer geht die Sonne nicht unter, die Tage sind warm, die Nächte hell. Der Herbst lässt Berge und Wälder in leuchtenden Farben erstrahlen, und wenn die Nächte wieder dunkel werden, tanzen Nordlichter am Himmel.

Viele Hotspots warten auf Euch, hier ein paar von unseren Favoriten:

Flußtour auf dem Piteälven-Oberlauf

Der Piteälven ist ein wunderschöner, einsamer Wildnisfluß, der es allerdings in sich hat. Es gibt zahlreiche Portagen, die teilweise sehr lang sind. Die längste führt knapp drei Kilometer über die norwegisch-schwedische Grenze. Aber der Piteälven ist diese Anstrengungen absolut wert. Es warten eine wunderbare Natur, Einsamkeit, eine Landschaft aus Hochgebirge und tiefen, unberührten Wäldern, ein Paradies für Angler, gute Chancen auf Elch- und Bärenbeobachtungen, Rentiere gibt es sowieso und auch Adler oder Vielfraße.

Der Piteälven ist ein richtiges Paddel-Abenteuer für alle, die Natur und Wildnis lieben und eine körperliche Herausforderung suchen.

Flußtour auf dem Piteälven (Mittellauf)

Nicht ganz so fordernd, aber nicht weniger schön präsentiert sich der Mittelabschnitt des schwedischen Nationalflusses. Breite Abschnitte wechseln sich ab mit z.T. Längeren Fließstrecken, die auch umtragen werden können. Besonders schön sind die zahlreichen Sandstrände, Steilwände und Urwälder mit alten Kiefern. Der Wasserfall am Marsfjället beeindruckt durch tosendes, ungebremste Kraft.

Flußtour Åbyälven

Der obere Teil des Åbyälven bietet eine abwechslungsreiche Fahrt durch Seen und Stromschnellen in einer wunderschönen, dünn besiedelten Region, die von Wald und sanften Bergen geprägt ist. Riesige Hecht und Barsche lauern im Schilf der flachen Ufer, Rentiere und Elche durchstreifen die Wälder.

Flußtour Ounasjoki (Finnland)

Der Wildnisfluß im Grenzgebiet zwischen Finnland und Schweden, unreguliert mit zahlreichen Wildwasserabschnitten bzw. Umtragestellen (Portagen), fließt durch eine dünn besiedelte Region mit kleineren Ansiedlungen. Beginn der Tour ist in Hetta. Ausstieg entweder in Kittilä oder, wer mehr Zeit hat, in Rovaniemi (beide Orte mit Flughäfen).

Fluß/Seentour Skelefteälven

Der Start ist an mehreren Stellen möglich, der Ausstieg auch, man ist also sehr flexibel, auch zeitlich. Am Oberlauf warten ein paar Portagen bzw. kurze Wildwasser-Abschnitte. Es muss die Staumauer in Ringselet umtragen werden. Wer das nicht möchte, kann aber auch direkt unterhalb der Mauer einsteigen. Dann paddelt Ihr durch eine tolle, einsame Region, in der schon seit Jahrtausenden Rentierzüchter mit ihren Tieren leben. Der Fischreichtum ist legendär.

Im weiteren Verlauf kommen die riesigen Seen Uddjaur und Storavan. Viele Inseln und Inselchen, Buchten, Nebenflüsse, tiefe Wälder und Berge können erkundet werden. Aber keine Angst, kein langweiliges Seenpaddeln, sondern viel Abwechslung, tolle Sandstrände und Badestellen, viele schöne Rastplätze (zum Teil mit kleinen Wind-Sheltern) warten auf Euch.

Seentour Riebnes

Der Riebnes ist ein sehr großer See am Fuße des Skandinavischen Gebirges, der sich bis hinein ins Hochgebirge zieht.

Wenn man den Einstieg in Riebnesluspen erst einmal hinter sich gelassen hat, paddelt man in einer weitgehend abgeschiedenen Region, in der man höchstens mal einem Angler oder einem mit dem Boot über den See setzenden Wanderer auf dem Kungsleden begegnet. In Vuonatviken am Nordostufer befindet sich die letzte Zivilisation. Bis dahin gibt es Bootsverkehr. Dahinter wird es richtig einsam. Die Landschaft ist geprägt von unendlichen Wäldern und hohen Bergen. Es gibt keinerlei touristische Einrichtungen mehr, man ist als Paddler auf sich gestellt. Zahlreiche Wildtiere leben in der Region (Elche, Bären, Vielfraße, Adler), die man mit etwas Glück beobachten kann. Im Sommer ist die Gegend zudem Weidegebiet für große Rentierherden. Ausflüge in die Berge bieten sich an, es können sehr schöne Wanderungen gemacht werden.

Für Angler bietet der Riebnes vielfältige Möglichkeiten und reichlich Fisch, wie Saiblinge, Äschen, Forellen, Hechte, Barsche.

Seentour Västra Kikkejaure

Der schmale See ist umrahmt von Wäldern und sanften Bergen und ein sehr gutes Angelgewässer (Hechte, Barsche, Forellen). Tages- bzw. Bergtouren sind jederzeit zu Fuß möglich und mit etwas Glück auch Tierbeobachtungen auf Elche, Rentiere, Adler.

Der See ist sehr gut geeignet für eine Paddelwoche mit der ganzen Familie oder für Leute, die zum ersten Mal im Norden paddeln möchten.

Über den Autor

Michl
Michl
in den 80er und 90er Jahren war er auf den höchsten Bergen der Welt unterwegs. Seit 20 Jahren mit Ski, Schneeschuhen, Boot und zu Fuß auf Tour im Norden.

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