Schneeschuhwandern mit Pulka

Nach einer Woche Akklimatisation hieß es: fertig machen fĂŒr’s Aktivabenteuer. Ich fuhr in den Naturpark VindelfjĂ€llen, wo ich mit dem arctic-mountain-team 1 Woche lang mit Schneeschuhen und Pulka (Lastschlitten) von HĂŒtte zu HĂŒtte wanderte. Der 1. Tag war der hĂ€rteste: die Pulka mit vollen LebensmittelvorrĂ€ten am schwersten, anstrengende Bewegungen und ungewohnte Belastungen.

Nach stundenlangem, fast schon meditativem, Stapfen durch unberĂŒhrte verschneite Landschaft erreichten wir nach 16 km im Dunkeln die Bleibe fĂŒr die 1. Nacht. Prompt wurde aufgetischt, damit sich die hungrigen ausgepowerten Körper stĂ€rken und aufwĂ€rmen konnten. Apropos aufwĂ€rmen: wer nicht verfroren ist, kommt beim Pulka ziehen mit 2 Bekleidungs-schichten aus, d.h. ThermounterwĂ€sche und Softshelljacke o.Ä. Bei -20°C und kĂ€lter gefriert die Atemluft am Schal bzw. Kragen, Haare und BĂ€rte werden weiß und in der Nase bitzelt die KĂ€lte. Genial!!!

Trinkwassergewinnung: Schnee schmelzen oder Loch ins Eis hacken.

Wir schmolzen Schnee, um Wasser zu gewinnen. Unser Gefrierschrank ist die Natur. Obst und GemĂŒse kommen nicht auf den Tisch, jedenfalls nicht frisch. FĂŒr uns Tageslichtaktivisten war das Zeitfenster kurz, daher gab es viel Zeit auf den HĂŒtten zum Quatschen, Schnee schmelzen und anderen zeitvertreibenden TĂ€tigkeiten. Wer einsame Stille sucht, lĂ€uft 20 Schritte ins verschneite Nichts: weiße Weiten, unberĂŒhrte Berglandschaften, Stille. Ohne Schneeschuhe sollte man allerdings nicht losziehen, da man einsinkt.

Zelten bei -20°C

Da ich mich gerne „bedacht“ an Neues herantaste, schlief ich eine Nacht bei ca. -20°C im Zelt, um zu erleben, wie das ist. Der Schlafsack ging bis -25°C. Grenzwertig fĂŒr meine FĂŒĂŸe und Gesicht. Ich verschleierte mein Gesicht mit meinem Inlet und lernte, dass Ausatemluft kondensiert (eigentlich logisch
). Somit hatte ich Feuchtigkeit in meinem Schlafsack. Außerdem musste ich feststellen, dass vakuumverpackte WĂ€rmekissen keine spĂŒrbare Einrisskante in der Verpackung haben. In der Nacht hatte ich mir eine Verpackung geangelt und wollte mit fast steifen Fingern die wĂ€rmenden Kissen aus ihrer Verpackung befreien, doch es gelang mir nicht. Man lernt nie aus
 Trotzdem geil !!

Über den Autor

Anke
Anke
in jungen Jahren Leistungssportler, Kletterer und mittlerweile sommers wie winters in den Bergen Skandinaviens unterwegs. Seit 20 Jahren Outdoor-Guide und „HundeflĂŒsterer“.

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